Montag, 5. Dezember 2016

Mein erster Leineberglandcup



Ich hab es bisher noch nie ins Leinebergland zu diesem WT geschafft und ich bin mir nicht sicher, ob ich überhaupt schon einmal im Leinebergland war. Die Ausschreibung verhieß einen Segelflugplatz als Austragungsort und wir haben vorher noch darüber gewitzelt, dass man dort sicher weit gucken kann, weil alles eben ist. Weit gefehlt.......man kann einen Segelflugplatz auch in recht hügeligem Gelände anlegen, nur die Startbahn muß einigermaßen eben und ausreichend gerade und lang sein. Während die Hunde also rechts und links dieser Startbahn mehr oder weniger aufmerksam die Flugbahnen ihrer Dummys verfolgten, wurden mittendrin Segler hochgezogen oder starteten kleinere Motorflugzeuge zu ihren eigenen Flugbahnen. Eine sehr interessante Kombi, die weder die eine noch die andere Seite gestört hat.
Am Sonntag begann bei schönstem Sonnenschein und Temperaturen um Minus 5 Grad die F-Klasse mit etwa 30 Startern. Bei den z.T. recht anspruchsvollen Aufgaben und/ oder widrigen Lichtverhältnissen konnte die Hälfte der Hunde den Test nicht bestehen. Unter den ersten zehn die durchgekommen sind befinden sich aber auch zwei Nc's: Never change Frisbee's Fortune mit 100/120 Pktn. ("sehr gut") auf Rang 8 und knapp dahinter mit einem Punkt weniger Nc Happy Hero - 99/120 Pktn ("sehr gut").
Die Zeit drängte, da wir auch mit der danach beginnenden Open bis zum Sonnenuntergang fertig sein sollten, um die letzten Dummys nicht im Dunkeln "erhören" zu müssen. Wäre ja nicht das erste Mal bei einem Workingtest.
Für mich und Goya, ihr zweiter O-Start, gab es gleich in der ersten Aufgabe eine Null. Eine Team-Aufgabe: es fällt eine Markierung in einen aufsteigenden Hang, ca 120-150 Meter von uns entfernt. Der linke Hund (was leider nicht wir waren) wird zuerst geschickt und kommt direkt beim Dummy an. Supertoll, denn die HF hatte es nicht fallen sehen, ihre Hündin wohl schon. Während die Hündin auf dem Rückweg ist, fällt, für mich völlig überraschend ein Schuss und ich habe die Vermutung, dass noch ein Dummy gefallen sein wird. Wohin, kann ich nicht sagen, denn ich habe überhaupt keines fliegen gesehen. Wir standen nämlich in einem kleinen Waldstück, vor uns ging es hangabwärts und einige sehr hohe Bäume versperrten mir und Goya jegliche Sicht auf Dummy und Werfer. In solchen Situationen rechnet man sich als HF dann immer aus, wie weit der Helfer wohl werfen kann, bzw. hatte ich das erste Dummy ja fliegen sehen und unseres in eben diesem Bereich vermutet. In der O sollte aber all das kein Problem sein, denn wir können ja einweisen! Normalerweise schon. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Hund mich vom Hang aus durch den Wald nicht sehen und mit meinen "backs", "vorans" und "outs" nix anfangen konnte. Tja, und dann hab ich wohl irgendwann gesagt, ich gebe auf und hole sie zurück - und kurz darauf findet Goya ihr Dummy. Ich muß zugeben, dass ich mich völlig verschätzt hatte, es lag deutlich tiefer als ich es vermutet hatte, aber das war nun auch egal. Wir mußten die Hunde dann noch ein zweites Mal in den Hang schicken und das war dann überhaupt kein Problem.
Goya (links), mal ausnahmsweise mit einem Mäntelchen
in der Wartezone, neben ihr unsere Team-Partnerin
Radclyffe's Carlisle, die heute ihre erste O bestanden hat!
In einer anderen Aufgabe konnte ich die sehr weite erste Markierung (200 Meter +????) ganz schlecht sehen, die Helferin stand im Schatten und warf das Dummy ebenfalls in den Schatten. Goya hat zwar angestrengt in die Richtung geguckt, aber sicherlich garnichts gesehen. Diese war auch nur Teil einer Doppelmarkierung und das zweite Dummy sollte zuerst geholt werden. Das waren dann nur 120 Meter (????), in einer Senke, aber geradeaus vor uns liegend. Kein Problem. Das Handling zum ersten, sehr weit entfernten Dummy gestaltete sich dann deutlich schwieriger und ich hab mich währenddessen gefragt, warum das so ist. Irgendwann ist Goya dann, über Umwege, tatsächlich zum Dummy gekommen, aber es war ziemlich anstrengend und nur wenige Punkte, genauer 12, sind hier übrig geblieben. Hinterher wurde mir klar, warum es so mühsam war: auch hier konnte sie mich nicht sehen, dieses Mal war die Sonne mein Gegner, ich hatte sie tiefstehend im Rücken.
Jedenfalls hatten wir nach der ersten Null dann keine weitere mehr zu verzeichnen, aber das Ergebnis war ziemlich durchwachsen. Von den 14 angetretenen Hunden haben sechs überhaupt nur bestanden, das Niveau war recht anspruchsvoll und auf einem Segelflugplatz bieten sich weite Entfernungen nun mal an.
Das war es also von unserem ersten Leineberglandcup. Ich komme bestimmt mal wieder und dann hoffe ich auf ein besseres Ergebnis durch wachsende Erfahrung bei Goya. Für einige dieser Aufgaben fehlte es ihr definitiv noch an Erfahrung.
Jetzt gehen wir in die Winterpause, vorübergehend jedenfalls, und ich überlege, ob und wo wir mal so weite Entfernungen trainieren können........




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